Tennis-Club Rot-Weiß Steinheim e.V.
Spiel Tennis!

Nachrufe

Dr. Fritz Lindemann

Am 20. August verstarb unser Tennisfreund Dr. Fritz Lindemann. Ehrenpräsident, Förderer, Unterstützer, Topspieler, Unterhalter, Gründungsmitglied und Vorbild.

Im Lauf der Zeit habe ich schon so einige Nachrufe verfasst. Gefürchtet habe ich mich vor dem Moment, einen Nachruf für Fritz zu schreiben. Es kam manchmal vor, dass ich Fritz um Rat ersuchte, wenn es um eben solche Dinge ging. Um Nachrufe.

Wenn Geschichten mit den Verstorbenen verknüpft werden, bleibt die Erinnerung vielleicht länger in den Köpfen bei denen, die keine oder wenig Erinnerungen an die Personen haben.

Dr. Fritz Lindemann teilte mir seine Erinnerungen mit, glich sie mit meinen ab. Während dieser Gespräche dachte ich oft, dass es Fritz doch traurig machen müsse, schließlich war sein eigener Nachruf, aus meiner Sicht, nicht mehr in so weiter Ferne. Jedoch kam es mir vor, als dass es Fritz für völlig abwegig hielt, sich darüber Gedanken zu machen. Dass er älter wurde, nicht mehr so konnte wie er wollte, sprach er offen an und schien es für absolut in Ordnung zu halten. Keine Bitterkeit.

Nach und nach musste er viele Dinge aufgeben, kein Tennis mehr, keine Jagd, kein Segeln, kein Golf.

Was Fritz hingegen sichtlich schwer fiel und ihn Überwindung kostete war seine Bitte an den Vorstand, vor erst wenigen Jahren, seinen Status und den seiner Frau von aktiv auf passiv zu setzen, ca. 20 Jahre nach seinem letzten Tennisspiel.

Dr. Fritz Lindemann liebte den Tennis Club Rot-Weiß.


In meinen Jahren der Präsidentschaft erfuhr ich enorme Unterstützung durch ihn gegen alle Unbill. Fritz war immer da. Bei jeder Veranstaltung, bei jedem Heimspiel der Mannschaft in der Dirk Siekendiek und ich spielten. Manchmal auch bei Auswärtsspielen, wenn es wichtig war zu gewinnen. Fritz war so stolz, dass ein neuer, junger Vorstand den alten jungen Vorstand abgelöst hat.

Die letzten Jahre machte er sich rar, aus gesundheitlichen Gründen. Blieb aber immer in Kontakt zu Dirk oder mir, weil er persönlich nicht mehr oft kommen konnte.

Bei den Clubmeisterschaften Anfang der 80er Jahre gab es bei den Herren und Damen nur eine offene Klasse. Es wurde erstmals begrüßt, dass auch Jugendspieler teilnehmen durften.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich damals besser gespielt habe als heute. Jedenfalls erwischte Jörg Mahlmann (damals 14) als Erster das Erstrundenlos Dr. Fritz Lindemann. Ein Jahr später war ich der "Glückspilz". Wir beide hatten nicht ansatzweise eine Chance. Dr. Fritz Lindemann spielte enorm präzise. Umlief ständig seine Rückhand und traf die Bälle sehr früh. Er nutze die ganze Tiefe des Platzes. Sehr gute Aufschläge, voller Selbstbewusstsein. Wenig Taktik, dafür spielte er einen Winner nach dem anderen.

In den 60er und 70er Jahren zählte Dr. Fritz Lindemann kreisweit zu den besten Spielern.

Der Tennis Club Rot-Weiß verliert einen seiner ganz Großen.
Charmant und witzig war er nicht immer, aber er konnte.
Dr. Fritz Lindemann lebte Präzision, klare Gedanken, Höflichkeit und Fairness.

Er wurde gehört, hörte aber auch jedem zu.

Uns bleibt die Erinnerung.

Mir war er ein Vorbild, ein väterlicher Freund.

Danke Fritz, für alles.

Olaf Strato, 25. August 2017

Paul Meinersmann

Im Juni verstarb nach langer Krankheit unser Gründungsmitglied und Ehrenpräsident Paul Meinersmann. Seine liebe Frau Franziska verstarb 12 Wochen vorher. Beide waren außerordentlich wichtige und aktive Mitglieder unseres Tennis-Club Rot-Weiß Steinheim.

Paul Meinersmann war vor seiner Präsidentschaft von 1991 - 2002 bereits viele Jahre Schriftführer und später auch Schatzmeister. Ein außerordentliches Engagement. Paul Meinersmann erlebte ich als Frohnatur. Immer ein offenes Ohr, immer bereit beizutragen. Er hatte die Gabe Streitigkeiten oder ernsthafte Themen humorvoll zu entlarven, ohne dabei die Protagonisten bloß zu stellen.

Rein sportlich fühlte Paul sich am wohlsten im Kreis seiner Senioren, später Edelsenioren (soweit ich das ab den späten 70er Jahren beurteilen kann). Doppel oder Mixed war das Spiel von Paul Meinersmann. Berüchtigt war sein sehr früh getroffener Vorhandvolley in allen Variationen. Dem Ball blieb oft nicht die Zeit auf seine Seite zu kommen. Der Rückhandvolley kam nicht vor. Paul Meinersmann hatte die Technik von "Blumen" Karl Schröder adaptiert. Fritz Brinkmeier bezeichnete es als Karnickelfangschlag.

Franzel Meinersmann war auch sportlich erfolgreich. Langjährige Spielerin des Damen- und später des Seniorinnen-Teams. Erfolgreich bei Clubmeisterschaften und auf Kreisebene. Wie ihr Paul war sie auch politisch aktiv auf kommunaler Ebene. Franziska Meinersmann war lange Zeit stellvertretene Landrätin.

Unserem Tennis Club-Rot-Weiß blieben Paul und Franzel krankheitsbedingt schon länger fern.
Beide vermissen wir also schon eine ganze Zeit.
Das wird sich nun leider nicht mehr ändern.

Uns bleibt ein Dankeschön für die Zeit und die Erinnerung!

Olaf Strato, Juni 2017

Gisbert Menne

Im Dezember 2014, kurz vor Weihnachten, verstarb unser (Tennis-) Freund Gisbert Menne.

Das dieser Nachruf so lange hat auf sich warten lassen, liegt daran, das es manchmal schwierig ist, die passenden Worte zu finden. Mit Gisbert verbinde ich viele Erinnerungen, schließlich kannte ich ihn mein ganzes Leben.

Gisbert Menne wurde in den 1970er Jahren Mitglied im Tennis-Club Rot Weiß, mit einigen seiner Kegelbrüder, den 13 bösen Buben, mit deren und mit seiner Familie. Die Familien Menne, Mahlmann, Krekeler, Klennert, Piesk und Strato bereicherten fortan das Leben auf der Tennisanlage.

Gisbert war ein beliebter Doppel- und Mixedspieler. Auch mit den Jugendlichen spielte er gern Tennis, was ihn von den anderen „Erwachsenen“ der 70er und frühen 80er Jahre unterschied. Wenn es darum ging neue Mitglieder in das Spielgeschehen einzubinden, nahm er sich zurück, überließ seinen Platz auf dem Court und war als Zuschauer aktiv. Aktiv durch taktische oder technische Anweisungen, durch Späße, und als „Hawk Eye“.

Gisbert Menne war von überaus freundlicher Natur. Sehr höflich und zuvorkommend. Natürlich kam es auch vor, dass sich Gisbert ärgerte. Jedoch kann ich mich nicht erinnern, dass er nicht höflich blieb.

Gisbert Menne erblickte als Nieheimer 1932 das Licht dieser Welt. So kam es auch, dass der TC Rot-Weiß die Tennisaktivitäten der Nachbarstadt irgendwann bemerkte. Der Kontakt verschwand mit dem Versterben der Nieheimer Tennislegende Dieter Werth, außerdem schlug der beste Nieheimer, Bernd Wiechers Schwager Bernhard Reineke, schon längst für den TC Rot-Weiß auf.

Auch wenn Gisbert in den letzten Jahren immer weniger auf dem Platz stand, sein Engagement für unseren Club blieb groß. Gisbert war anwesend, schaute zu, führte Gespräche. Keiner Veranstaltung blieb er fern. Selbst wenn er überhaupt keine Zeit hatte, seine Krankheit ihm Kraft raubte, Gisbert richtete es sich ein und machte, wenn dann auch nur kurz, seine Aufwartung.

Gisbert Menne wird uns allen sehr fehlen. Mit ihm seine Freundlichkeit und seine Verbindlichkeit.

Olaf Strato, März 2015

Reinhard Eltges

In den 70ern und frühen 80er Jahren war der Reiner in unserem Tennis Club Rot-Weiß aktiv, als Spitzenspieler, Trainer, Zuschauermagnet und sympathischer Unterhalter.

Beruflich arbeitete er für Hermann Finkeldei, dem Präsidenten jener Tage, als Prokurist bei JoFi-Möbel. Mit seiner damaligen Frau Inge und Tochter Uta, einem wirklichen Tennistalent, bereicherte Reiner das Club-Leben.

Es gab ernsthafte Überlegungen den Wohnort von Bad Lippspringe nach Steinheim zu verlegen. Doch die plötzliche Erkrankung Hermann Finkeldeis veranlasste nicht nur Reiner Eltges sich neu zu orientieren.

Noch Jahre blieb er dem Tennis Club Rot-Weiß treu, später war er oft ein gern gesehener Gast auf der Anlage.

Im März 2012 lernte ich Rolf Everding aus Detmold kennen, auf einer Busfahrt in Südspanien (ich war dort zur Saisonvorbereitung). Wir unterhielten uns und stellten fest, dass wir viele gemeinsame Bekannte haben. Rolf Everding war damals Möbeldesigner und arbeitete auch für JoFi-Möbel. Er bat mich Reiner Eltges zu grüßen. Das Telefonat darauf mit Reiner, vor ca. 1 Jahr, war auch das letzte Gespräch zwischen uns. Öfter als 1x pro Jahr ließ er sowieso nichts von sich hören.

Reiner verstarb nach einer Aorta OP im März.

Mir bleibt die Erinnerung an einen wirklichen Freund der Familie, an einen herzlichen und bescheidenen Menschen, an den Sportsmann, an den Trainingspartner, an den eleganten Taktiker auf dem Tennisplatz, Reiner Eltges.

Wir sehen uns wieder, irgendwann.

Olaf Strato, 2013

Heinrich Dellwig

Der Tennis Club Rot-Weiß trauert um Heinrich Dellwig.

Heinrich wurde um 1980 Mitglied im Club. Im Vereinsheft zum 25 jährigen Vereinsjubiläum wurde ihm bereits fast eine ganze Seite gewidmet.

Dass Heinrich Dellwig in der Mitte seines Lebens noch als hoffnungsvolles Nachwuchstalent gehandelt wurde, sagt viel über ihn aus. Humor mit verstecktem Ehrgeiz.

Heinrich war von Anfang an ein begehrter Spielpartner. Jugendliche, die gerne mal einen Erwachsenen schlagen wollten, Damen, die gerne mal gegen einen Herren gewinnen wollten. Heinrich machte alles mit und lernte sehr schnell. Als Erster übernahm Tennis-Heinrich eine Zeitlang die Spielweise einer jungen Amerikanerin, Andrea Jäger. Das ständige "Lob-spielen" jedoch brachte vor allem seinen Spielpartnern und Spielpartnerinnen nicht viel Freude und war nur von kurzer Dauer. Schon Mitte der 80er Jahre war Heinrich ein begehrter Doppelspieler und ein nicht ungefürchteter Einzelgegner. Ein verbaler und spielerischer Taktiker.

Tennis-Heinrich etablierte lange vor jeder Mode die Base Cap, ohne die er eigentlich nie Platz 1 betrat. Die anderen Tennis-Courts überließ er meist den anderen Spielern. Seine Base Caps waren sogenannte Treckermützen, welche Heinrich von seiner beruflichen Tätigkeit her besaß. Er leitete lange Jahre die damalige WCG-Niederlassung in Steinheim.

Heinrich Dellwig war stetig in seinen Bemühungen, den aktuellen Vorständen und den Tennis-Club in fast jeder Form zu unterstützen. Meist in Worten und Anregungen, schließlich, so meinte er immer, muss auch einer den Überblick behalten und die Arbeiten überwachen.

Er war immer bereit und ansprechbar für jedwedes Problem, welches es zu lösen galt. Heinrich fehlte so gut wie nie, wenn es Grillabende gab, Clubmeisterschaften, Heimspiele der Teams oder andere Veranstaltungen. Er war immer noch aktiv auf dem Tennisplatz (Court Nr.1) im Kreis der "Edelsenioren". Heinrich Dellwig war ein Aushängeschild unseres TC Rot-Weiß, kannte Land und Leute und wusste zu unterhalten.

Heinrich Dellwig wird uns sehr fehlen. Wenige Tage vor seinem 84 jährigen Geburtstag verstarb er im Oktober 2013. Sein Andenken werden wir bewahren. Tennis-Heinrich hinterlässt uns viele Erinnerungen.

Mach 's gut, Heinrich!

Olaf Strato, November 2013

Gerd Schäfer verstarb im August 2011.

Gerd war erst seit einigen Jahren Mitglied unseres TC Rot-Weiß. 2009 trafen wir uns einmal auf dem Platz. Er war ein richtig guter Trainingspartner. Er erzählte mir von seiner Krankheit und den Therapien die er noch vor sich hatte. Gerd Schäfer unterstützte den Verein bei Grillabenden und an Tagen der Clubmeisterschaften, seiner Frau Ingrid beistehend.

Die Nachricht seines Todes entnahm ich der Tageszeitung. Es machte mich schon sehr betroffen.
Die Gelegenheiten ihn näher kennenzulernen gibt es nicht mehr.

Der TC Rot-Weiß Steinheim wird sein Andenken bewaren.

Olaf Strato, 2011

Kalle Ernst

Nach langem, aufrechtem Kampf, verschwand all die Dunkelheit und das Licht der Schöpfung beginnt irgendwo wieder zu scheinen.

Wir trauern um dich, Kalle. Wir trauern um einen fürsorglichen und optimistischen Menschen, der einsehen musste, dass trotz aller Verantwortung das Leben sich nicht kontrollieren lässt. Du wusstest, wie sehr das Leben dich liebt und du hast diese Liebe weitergegeben.

Du hast unseren Tennisclub jahrelang im Kreisvorstand als Kreisjugendwart vertreten, du hast in der Mannschaft und im Tennisclub zum Leben beigetragen.

Wir danken dir für deine Zeit.  Du bist viele unbequeme Wege gegangen und bist darin Vorbild.
Dein Andenken wird uns immer mit Freude begegnen.

Olaf Strato, 2011